Posttraumatische Belastungsstörung effektiv und effizient behandeln

Prof. Dr. Anke Ehlers

Verschiedene psychologische Therapieprogramme haben sich in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bewährt (siehe z.B. American Psychological Association, 2016).  Ihnen ist gemeinsam, dass sie auf Veränderungen in problematischen Kognitionen abzielen, insbesondere auf Veränderungen in individuellen Bedeutungen des Traumas und Merkmalen des Traumagedächtnisses. Der Vortrag diskutiert am Beispiel der Kognitiven Therapie der PTBS (Ehlers & Clark, 2000), wie effektive und empirisch begründete Behandlungsansätze entwickelt werden können. 

Sieben randomisierte Therapiestudien belegen die Wirksamkeit und hohe Akzeptanz der Behandlung bei Erwachsenen und Kindern / Jugendlichen. Drei weitere Studien fanden sehr hohe Effektstärken in der therapeutischen Routineversorgung.  Trotz dieser Fortschritte ist weitere Forschung nötig, zum Beispiel, um zu ergründen, warum eine signifikante Minderheit der Behandelten nur mäßige Verbesserungen erreicht. Neuere Studien untersuchen die Veränderungsprozesse in der Therapie und fanden, dass therapeutische Effekte durch Veränderungen in problematischen individuellen Bedeutungen des Traumas, Merkmalen des Traumagedächtnisses und aufrechterhaltenden kognitiven Strategien vermittelt werden.

Die PTBS ist eine häufige Störung und viele Betroffene haben zur Zeit keinen Zugang zu psychologischer Behandlung. So stellt sich die Frage, ob die Therapie durch Materialien zum Selbststudium oder Internet-Therapie effizienter gemacht werden kann, so dass mehr Betroffenen Behandlung angeboten werden kann. Eine kontrollierte Therapiestudie zeigte, dass Kognitive Therapie und speziell entwickelten Modulen, die die Patienten zu Hause bearbeiteten, in der Hälfte der Therapiesitzungen ebenso erfolgreich behandelt werden konnte wie in der Standardtherapie. Die Materialien werden online (https://www.psy.ox.ac.uk/research/oxford-centre-for-anxiety-disorders-and-trauma) zur Verfügung gestellt werden. Eine Pilotstudie fand außerdem, dass internet-basierte Kognitive Therapie für PTSD vergleichbar gute Effekte wie die Standardtherapie hatte und die Effizienz der Behandlung und den Zugang weiter erhöhen könnte.

Literatur

American Psychological Association (2016). Clinical practice guidelines for the treatment of posttraumatic stress disorder. http://www.apa.org/ptsd-guideline/index.aspx

Ehlers, A. (1999). Posttraumatische Belastungsstörungen. Göttingen: Hogrefe.

Ehlers, A., & Clark, D.M. (2000). A cognitive model of posttraumatic stress disorder. Behaviour Research and Therapy, 38, 319-345.

Ehlers, A., Hackmann, A., Grey, N, Wild, J., Liness, S., Albert, I., Deale, A., Stott, R., & Clark, D. M. (2014). A randomized controlled trial of 7-day intensive and standard weekly cognitive therapy for PTSD and emotion-focused supportive therapy. American Journal of Psychiatry, 171, 294-304.

Ehlers, A. & Wild, J. (2015). Cognitive Therapy for PTSD: Updating memories and meanings of trauma. In U. Schnyder and M. Cloitre (Eds.), Evidence based treatments for trauma-related psychological disorders (pp. 161-187). Cham, Switzerland: Springer.

Wild, J., Warnock-Parkes, E., Grey, N., Stott, R., Wiedemann, M., Canvin, L., Rankin, H., Shepherd, E., Forkert, A., Clark, D.M, & Ehlers, A. (2016). Internet-delivered cognitive therapy for PTSD: a development pilot series, European Journal of Psychotraumatology. 7: 31019. DOI: