Metacognitive Therapie bei PTSD

Dr. Lotta Winter

Die Metakognitive Therapie ist eine der modernen Weiterentwicklungen in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung. Der Fokus liegt hier darauf, spezifische Hindernisse, die der gesunden Verarbeitung von einschneidenden Ereignissen im Wege stehen, auszuräumen und die spontane Verarbeitung somit möglich zu machen. Hierzu werden sogenannte metakognitive Annahmen bearbeitet und spezifische Denkstile verändert. Metakognitive Annahmen sind Annahmen und Überzeugungen, die jemand bzgl. ihrer/seiner Art des Denkens und deren Regulation hat („Ich habe keine Kontrolle über meine Gedanken/ Intrusionen.“). Die Art des Denkens selber findet häufig in einem an den Gedanken anhaftenden Stil statt (z.B. in Form von Grübeln, Sich-Sorgen oder Bedrohungsmonitoring), der zu einer einseitigen Ausrichtung von Aufmerksamkeit führt.

Im Vergleich zu den meisten anderen psychotherapeutischen Vorgehensweisen zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung, erfordert die Anwendung der Metakognitiven Therapie keine inhaltliche Auseinandersetzung oder Exposition mit dem traumatischen Ereignis.

In diesem Vortrag wird ein Einblick in das Modell und Vorgehen der metakognitiven Therapie bei posttraumatischer Belastungsstörung sowie die aktuelle Daten- und Studienlage gegeben.

 

Nordahl H.M. et. al. Metacognitive therapy vs. Eye movement desensitization and reprocessing for posttraumatic stress disorder: study protocol for a randomized superiority trial. Trials (2018). 19:16.

Wells, A. & Colbear, J. S. (2012). Treating Posttraumatic Stress Disorder With Metacognitive Therapy: A Preliminary Controlled Trial. Journal of Clinical Psychology. 68(4), 373–381.

Adrian Wells (2011): Metakognitive Therapie bei Angststörungen und Depression. Beltz-Verlag.

Peter Fisher & Adrian Wells (2009). Metacognitive Therapy. London: Routledge.