Cognitive Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung

Prof. Dr. Anke Ehlers

Achtung: Abweichende Uhrzeit 8:30 – 15:30

Verschiedene psychologische Therapieprogramme haben sich in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bewährt (siehe z.B. American Psychological Association, 2016).  Allerdings ist die Zahl der Therapieabbrecher in kontrollierten Studien teilweise hoch. Im Workshop wird ein kognitiv-verhaltenstherapeutischer Therapieansatz vorgestellt, der sich sowohl als hoch wirksam als auch akzeptabel für Patienten erwiesen hat.

Die Kognitive Therapie der PTBS (Cognitive Therapy for PTSD) basiert auf dem Modell von Ehlers und Clark (2000). Danach nehmen Personen mit PTBS eine gegenwärtige schwere Bedrohung wahr, da sie (1) das Traumas und/ oder seine Konsequenzen als Anzeichen einer aktuellen Bedrohung interpretieren (übermäßig negative persönliche Bedeutungen) und (2) aufgrund von Besonderheiten des Traumagedächtnisses Aspekte des Traumas ohne den Kontext relevanter vorangegangener und nachfolgender Informationen im „Hier-und-Jetzt“ wiedererleben. Weiter wird angenommen, dass die übermäßig negativen persönlichen Bedeutungen die Betroffenen dazu motivieren, Verhaltensweisen und kognitive Strategien zur Kontrolle der wahrgenommenen Bedrohung und Symptome einzusetzen, die das Problem aufrechterhalten.

Die Therapie zielt auf eine Veränderung dieser drei Faktoren ab. Es werden (1) die individuell sehr unterschiedlichen persönlichen Bedeutungen des Traumas und seiner Konsequenzen identifiziert und modifiziert, in enger Verzahnung mit (2) der Elaboration des Traumagedächtnisses. Zu den therapeutischen Techniken gehören die Identifikation von hot spots im Traumagedächtnis und deren Bedeutungen, und deren Aktualisierung mit Informationen (verbal, sensorische Reize oder Körperbewegungen, Imagination), die die damaligen Eindrücke und persönlichen Bedeutungen korrigieren. Patienten lernen, subtile Auslöser des Wiedererleben zu identifizieren und durch Stimulus-Diskriminations-Training von Reizen zu unterscheiden, die während des Traumas wahrgenommen wurden.  Weiterhin erproben sie in Verhaltensexperimenten, Verhaltensweisen und kognitive Strategien zu unterlassen, die die Störung aufrechterhalten (z.B. Gedankenunterdrückung, kognitive Vermeidung, Grübeln oder Sicherheitsverhalten). 

Im Workshop werden zentrale therapeutische Schritte vorgestellt und mit Fallbeispielen und Videoaufnahmen illustriert.

                                                          Literatur

American Psychological Association (2016). Clinical practice guidelines for the treatment of posttraumatic stress disorder. http://www.apa.org/ptsd-guideline/index.aspx

Ehlers, A. (1999). Posttraumatische Belastungsstörungen. Göttingen: Hogrefe.

Ehlers, A., & Clark, D.M. (2000). A cognitive model of posttraumatic stress disorder. Behaviour Research and Therapy, 38, 319-345.

Ehlers, A., Clark, D.M., Hackmann, A., McManus, F., Fennell, M. (2005).  Cognitive therapy for PTSD: development and evaluation. Behaviour Research and Therapy, 43, 413-431.

Ehlers, A., Hackmann, A., Grey, N, Wild, J., Liness, S., Albert, I., Deale, A., Stott, R., & Clark, D. M. (2014). A randomized controlled trial of 7-day intensive and standard weekly cognitive therapy for PTSD and emotion-focused supportive therapy. American Journal of Psychiatry, 171, 294-304.

Ehlers, A. & Wild, J. (2015). Cognitive Therapy for PTSD: Updating memories and meanings of trauma. In U. Schnyder and M. Cloitre (Eds.), Evidence based treatments for trauma-related psychological disorders (pp. 161-187). Cham, Switzerland: Springer.