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Wie geht Veränderung? Prozessorientierung in der Verhaltenstherapie

Nachdem über mehrere Jahrzehnte in der Verhaltenstherapie der Entwicklung und Erforschung störungsspezifischer manualisierter Therapien eine hohe Bedeutung beigemessen wurde und die Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Interventionen für ein breites Spektrum von Störungsbildern mittlerweile sehr gut belegt ist, zeigt sich in den letzten Jahren in der Therapieentwicklung und Forschung ein neuer Trend zu transdiagnostischen Ansätzen, der verschiedene Entwicklungen aufgreift.
So gibt es eine zunehmende Kritik an den gängigen kategorialen diagnostischen Systemen und deren Bedeutung für die Konzeptualisierung und Planung von Therapien. Außerdem stellt sich durch die vielfältigen Neuentwicklungen im Rahmen der sogenannten 3. Welle der Verhaltenstherapie immer wieder die Frage, ob und wie diese integriert werden können und was Gemeinsamkeiten oder zugrundeliegende Störungs- und Veränderungsprozesse der verschiedenen kognitiven Verhaltenstherapien sind. Durch diese zunehmende Vielfalt sowie Fortschritte in der Grundlagenforschung über psychopathologische Prozesse, rückt zunehmend die Frage in den Fokus, welche psychologischen Prozesse relevant sind für die Entwicklung von psychischen Problemen und deren Veränderung.

Stefan Hofmann und Steven Hayes haben mit ihrem Buch „Process-based CBT: The Science and Core Clinical Competencies of Cognitive Behavioral Therapy“ ein Konzept für einen prozessbasierten Ansatz in der Kognitiven Verhaltenstherapie vorgelegt, der diese Entwicklungen aufgreift und einen Vorschlag zur Integration macht.
Wir freuen uns sehr bei unserer diesjährigen DVT-Tagung Stefan Hofmann als Gast begrüßen zu dürfen und  sein gemeinsam mit Steven Hayes entwickeltes Konzept der prozessbasierten Therapie mit ihm zu diskutieren.
Mit den weiteren Referentinnen und Referenten wollen wir das Thema „Prozesse“ in der Verhaltenstherapie aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und daran anknüpfen.

Wolfgang Lutz plädiert für eine verstärkte Patienten- und Erfolgsorientierung in der Psychotherapie und Psychotherapieforschung. Er stellt Entwicklungen zu einer evidenzbasierten und personalisierten Psychotherapie(forschung) vor und zeigt Implikationen für die klinische Praxis und die zukünftige psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung auf.

Claudia Stromberg und Kristin Zickenheiner beleuchten die Emotionsregulation als einen wesentlichen Prozessfaktor, der gerade bei Patient*innen eine Rolle spielt, die nicht gut von den evidenzbasierten störungsspezifischen Behandlungsansätzen profitieren. Sie zeigen Möglichkeiten, wie die bekannten VT-Behandlungskonzepte durch die Integration schematherapeutischer Ansätze ergänzt werden können, um diesen Patient*innen bei der Entwicklung von Fertigkeiten zur Emotionsregulation zu helfen.

Marie-Christine Dekoj stellt die Perspektive der Acceptanz and Commitment Therapie (ACT) auf die Prozessorientierung dar. Sie zeigt am Beispiel der therapeutischen Arbeit mit ACT mit Eltern-Kind-Dyaden die Prozessorientierung der Therapie und die dadurch entstehende Flexibilität direkt in den Sitzungen. 

Matthias Berking befasst sich in seinem Vortrag damit, wie Apps in die Face-to-Face-Psychotherapie integriert werden können und wie diese gezielt zur Förderung des therapeutischen Prozesses eingesetzt werden können.
Dies wird ergänzt durch einen Workshop von Ingrid Titzler, die vertieft vermittelt, wie Internet- und mobilbasierte Interventionen in die Psychotherapie integriert werden können. 

Gastland Serbien:

Wir freuen uns daher Nicola Petrovic vom Udruženje za kognitivne i bihejvioralne terapije Srbije (UKBTS) dem Serbischen Verband für kognitive Verhaltenstherapie begrüßen zu dürfen, der uns über die Entwicklung der Verhaltenstherapie in Serbien berichten wird.