Claudia Stromberg

Claudia Stromberg ist Psychologische Psychotherapeutin und Dozentin und Supervisorin für Verhaltenstherapie und Schematherapie. Sie ist Instituts- und Ambulanzleiterin der GAP, Frankfurt, Co-Trainingsdirektorin des Instituts für Schematherapie Frankfurt (IST-F) und Vorstandsmitglied des DVT.

Emotionsregulation: Integration schematherapeutischer Module in verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze

Prozessorientierte  CBT (Hayes und Hoffman, 2018) und transdiagnostische Perspektiven sind neueste Entwicklungen in der Verhaltenstherapie und ihr Potenzial, die traditionellen,  störungsspezifischen VT-Modelle zu ersetzen, wird intensiv diskutiert. Emotionsregulation ist einer der von Hayes und Hoffmann beschriebenen basalen Prozesse, deren Dysbalance psychischen Störungen zugrunde liegt. Im Spannungsfeld zwischen transdiagnostisch und störungsspezifisch bezieht unser Ansatz eine klare „sowohl-als–auch“ Position, die sich an Harvey, Watkins, Mansell und Shafran (2009) und Ehring (2019) anlehnt.    
Störungsspezifische Behandlung wirkt, empirisch belegt, bei bestimmten Patientengruppen sehr gut, bei ihnen  besteht kein großer Veränderungsdruck („If it‘s not broken, don’t fix it“). Ganz anders sieht es aus bei der großen Gruppe von Non-Respondern, sie profitieren nicht ausreichend von störungsspezifischer Behandlung.
In diesem Vortrag wird ein Ansatz vorgestellt, der die Ausprägung der Fertigkeit, Emotionen im Sinne eines Gesunden-Erwachsenen-Modus zu regulieren, als entscheidenden Moderator sieht. Der Abbau struktureller Defizite in der Emotionsregulation bietet auch den bisherigen Non-Respondern größere Chancen, von den störungsspezifischen Interventionen zu profitieren.
Um die Verzahnung zu erreichen, werden  schematherapeutische Modusmodelle systematisch in die aktuellen VT-Störungsmodelle integriert und der zusätzliche transdiagnostische Prozess beschrieben.