
Bastian Willenborg
Dr. Bastian Willenborg ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seine klinische Laufbahn führte ihn über Stationen in Hamburg, Wien und Sydney. Später arbeitete er an den Universitätskliniken Lübeck und Kiel, wo er als Oberarzt am Zentrum für Integrative Psychiatrie wirkte. Zuletzt war er Chefarzt und Ärztlicher Direktor bei den Oberbergkliniken.
Dr. Willenborg ist Trainer und -Supervisor für Schematherapie (ISST), zertifizierter CBASP Therapeut und verfügt über umfassende Ausbildungen in ACT, DBT, IRRT, IPT und CBT-E. Seine therapeutische Arbeit ist geprägt von einem integrativen Ansatz, der aktuelle emotionsaktivierende Verfahren mit einer stark beziehungsorientierten Haltung verbindet.
Sein besonderes Interesse gilt der Gruppenschematherapie: In seiner Lehr- und Supervisionstätigkeit vermittelt er praxisnah, wie Gruppendynamik, Modusarbeit und korrigierende Erfahrungen miteinander verbunden werden können. Dabei schöpft er aus einem breiten klinischen Erfahrungsschatz sowie aus seiner Arbeit in eigener Praxis in Bonn.
Neben seiner therapeutischen Arbeit ist Dr. Willenborg als Autor und Podcaster aktiv. Er veröffentlichte u. a. das Buch „Mein erster Dienst“ (Zusammen mit Philipp und Eva Margaretha Klein) sowie den Elternratgeber „Kind, du machst mich wahnsinnig“, in dem Elemente der Schematherapie alltagsnah vermittelt werden. Als Experte ist er regelmäßig in Medien zu Gast, um über psychotherapeutische Themen aufzuklären.
Workshop
Schematherapie in Gruppen
Die Schematherapie ist ein integrativer Behandlungsansatz. Dysfunktionale Schemata werden in der Schematherapie als psychologische Konstrukte verstanden, welche individuelle Annahmen über das Selbst, die Umwelt und andere Menschen beinhalten. Die Entstehung der Schemata wird in Zusammenhang mit der frühkindlichen Umgebung inklusive eines Mangels kindlicher Bedürfnisbefriedigung in Kombination mit dem individuellen Temperament gesehen. Im Verlauf eines Lebens werden diese Schemata dann durch multiple Prozesse aufrechterhalten und weiterentwickelt. Mit dem „Schema-Modus-Ansatz“ ermöglicht die Schematherapie die Konzeptualisierung auch mehrerer aktiver Schemata und kann somit vor allem zur Behandlung von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und komplexen chronischen Schwierigkeiten genutzt werden. Die therapeutischen Interventionen ruhen auf einer besonderen therapeutischen Beziehung (Limited reparenting) und Schematherapeuten nutzen multiple emotionsaktivierende Techniken, um korrigierende Erfahrungen zu ermöglichen.
Die Idee, Schematherapie im Gruppen-Setting einzusetzen, liegt insofern nahe, als Schemata sehr häufig in interpersonellen Situationen ausgelöst werden. Ein Gruppen-Setting bietet dafür einen wichtigen interpersonellen Kontext und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, korrigierende interpersonelle Erfahrungen in einem sicheren Rahmen über die Zweierbeziehung mit dem Therapeuten hinaus zu erleben. Zudem treffen Patienten in der Gruppe andere Menschen mit ähnlichen Problemen und fühlen sich dadurch oft viel weniger „anders“. In der Gruppe gibt es mehr Möglichkeiten des Reparenting, da neben dem Therapeuten als „Elternteil“ die anderen Gruppenmitglieder als „Familiengruppe“ zur Verfügung stehen.
