Online-Tagung

Transition: Entwicklung psychischer Störungen zwischen Kindheit und Erwachsen werden

Bei der diesjährigen Online-Tagung des Deutschen Fachverbandes für Verhaltenstherapie befassen wir uns mit psychischen Störungen, die schon in der Kindheit oder im Jugendalter einsetzen und in der Regel im Erwachsenenalter fortbestehen oder auch weitere komorbide Störungen oder Folgeprobleme nach sich ziehen. 

Wir wollen daher diese Störungen sowohl aus der Perspektive der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie als auch der Erwachsenenpsychotherapie beleuchten bzw. im Fall der Borderline-Persönlichkeitsstörung den Beginn in der Adoleszenz und den Übergang ins Erwachsenenalter. 

Mit dieser Verbindung der verschiedenen Altersperspektiven wollen wir uns mit Fragen beschäftigen wie z.B. sich diese Störungsbilder im Entwicklungsverlauf darstellen und verändern und wie die Therapie jeweils angepassst an den Entwicklungsverlauf aussehen kann. Zudem soll ein Blick über den Tellerrand der jeweiligen therapeutischen Altersgruppe angeregt werden. Wie sieht die Ätiologie in der Kindheit und Jugend aus, aber auch der Verlauf der weiteren Entwicklung im Erwachsenenalter? Wie sieht die Behandlung dieser Störungen in der Kinder- und Jugendlichentherapie und in der Erwachsenentherapie aus? Welche besonderen Herausforderungen gibt es beim Übergang vom Jugendlichen- ins Erwachsenenalter und wie können Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Erwachsenenpsychotherapeut*innen hier gut zusammenarbeiten, um den Übergang in den Versorgungs- und Therapiesystemen gut zu gestalten.

Ein weiterer Aspekt, der die drei Störungsbilder Autismus, ADHS und Borderline-Persönlichkeitsstörung verbindet, ist der Symptombereich der Störung der sozialen Interaktion, der auf unterschiedliche Weise bei allen diesen Störungen eine Rolle spielt. Hier freuen wir uns, dass wir mit Isabel Dziobek eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet präsentieren können.

Diese Verbindung zwischen den Störungen bringt auch mit sich, dass es oft auch Übergänge, Komorbiditäten und eine schwierige differentialdiagnostische Abgrenzung zwischen diesen und anderen Störungen gibt, die sich in der Folge entwickeln. Wo sollte man also diagnostisch genau hinschauen? Gibt es auch transdiagnostische Gemeinsamkeiten? Welche Empfehlungen lassen sich für die Therapie daraus ableiten?

Wir freuen uns zur Beantwortung dieser Fragen auf spannende Beiträge von Friedrich Linderkamp zu ADHS bei Jugendlichen mit einem speziellen Schwerpunkt auf den Entwicklungsaufgaben, die für ADHS-Patient*innen in dieser Phase zu bewältigen sind und neuen Erkenntnissen zu achtsamkeitsbasierten Ansätzen bei ADHS, Swantje Matthies zur Diagnostik und Therapie von ADHS im Erwachsenenalter, von Arne Bürger zu Borderlinestörungen in der Adoleszenz und der Therapie mit der Dialektisch Behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A), von Sanna Stroth zu Autismus bei Kindern und Jugendlichen sowie von Isabel Dziobek zu Autismus bei Erwachsenen und insbesondere zum Aspekt der Störung der sozialen Interaktion.

Wie immer bei unseren Fachtagungen sind wir bestrebt, einen Bogen zwischen dem aktuellen Stand der Forschung und dem Transfer in die therapeutische Praxis zu schlagen. Wir freuen uns somit auf eine spannende Tagung und einen guten Dialog.