Schematherapie mit Gruppen
Die Gruppenschematherapie (GST) überträgt die zentralen Konzepte und Methoden der Schematherapie auf die therapeutische Arbeit in der Gruppe. Dabei ist die Gruppe nicht lediglich der Rahmen, in dem schematherapeutische Techniken durchgeführt werden, sondern wird gezielt als therapeutischer Wirkfaktor genutzt.
Gerade maladaptive Schemata und Modi entstehen und zeigen sich häufig in zwischenmenschlichen Beziehungen. In der Gruppe können typische Beziehungsmuster, Bewältigungsreaktionen und emotionale Bedürfnisse unmittelbar sichtbar und erlebbar werden. Gleichzeitig ermöglicht die Gruppe neue Beziehungserfahrungen: Teilnehmende erleben Verständnis, Zugehörigkeit und gegenseitige Unterstützung und können alternative Formen des Umgangs mit eigenen Bedürfnissen und mit anderen Menschen erproben.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Limited Reparenting durch die Therapeut:innen mit unterstützenden und korrigierenden Erfahrungen innerhalb der Gruppe. Auch in der Gruppenschematherapie werden die für die Schematherapie charakteristischen emotionsaktivierenden Methoden eingesetzt. Dazu gehören insbesondere Stuhldialoge, imaginative Techniken, Modusarbeit und verhaltensbezogene Übungen. Viele dieser Methoden können durch die aktive Einbeziehung anderer Gruppenmitglieder erweitert werden.
Gruppenschematherapie wurde zunächst insbesondere für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen entwickelt, wissenschaftlich untersucht und in ihrer Wirksamkeit anerkannt. Inzwischen werden schematherapeutische Gruppenansätze auch bei weiteren psychischen Störungen und in unterschiedlichen Behandlungssettings eingesetzt.
Anerkannte Curricula für Gruppenschematherapie (GST) werden derzeit am IST Hamburg, IST Rhein-Main und IPSTI Mainz angeboten.
Ausgewählte Literatur
Demmert, A. & Faßbinder, E. (2025, 2. Aufl.). Therapietools Schematherapie in der Gruppe. Beltz: Weinheim.
Farrell, J. & Shaw, I. (2013). Schematherapie in Gruppen: Therapiemanual für die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Beltz: Weinheim.