Schematherapie mit Paaren (Couples Schema Therapy)

Die Schematherapie geht davon aus, dass anhaltend unbefriedigte emotionale Grundbedürfnisse in der Kindheit zur Entwicklung früher maladaptiver Schemata und dysfunktionaler Modi führen. Diese beeinflussen die Partnerwahl, die Wahrnehmung des Gegenübers sowie den Umgang mit Konflikten. Im Sinne der sogenannten Beziehungs-Chemie wählen Menschen häufig – weitgehend unbewusst – Partner, deren Schemata und Bewältigungsmodi mit den eigenen in Resonanz stehen. Dadurch werden gegenseitig schemaaktivierende „Knöpfe gedrückt“, sodass sich eskalierende Interaktionsmuster entwickeln können. 
Die Paar-Schematherapie nutzt Moduszirkel und eine gemeinsame Fallkonzeption, um typische Konfliktdynamiken für beide Partner verständlich und nachvollziehbar zu machen. Ziel ist es, die gegenseitigen Verletzlichkeiten und Bewältigungsreaktionen zu erkennen, dysfunktionale Interaktionsmuster zu unterbrechen und den Zugang zu den Grundbedürfnissen beider Partner zu fördern. Hierzu werden neben kognitiven und behavioralen Interventionen insbesondere emotionsaktivierende Techniken wie Imaginationen und Stuhldialoge eingesetzt. Dadurch können Empathie, Verbundenheit und eine korrigierende emotionale Beziehungserfahrung innerhalb der Partnerschaft gefördert werden.
Ein weiterer Anwendungsbereich ist die gezielte Einbeziehung des Partners in die Einzeltherapie.

Neben Einzelkursen an verschiedenen Instituten wird derzeit ein vollständiges Paartherapie-Curriculum am IST Frankfurt angeboten.

Ausgewählte Literatur:

  • Frank-Noyon, E., & Roediger, E. (2025). Therapie-Tools Paarbeziehungen. Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial. Weinheim: Beltz.
  • Roediger, E., & Simeone-DiFrancesco, C. (2015). Paare in der Schematherapie. Von der Einbeziehung des Partners bis zur Paartherapie. Weinheim: Beltz.
  • Roediger, E., Frank-Noyon, E., & Behary, W. T. (2022). Passt doch! Paarkonflikte verstehen und lösen mit der Schematherapie (2., vollständig überarbeitete Aufl.). Weinheim: Beltz.